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| Kooperation von Jugendarbeit und Schule: Schwierigkeiten und Chancen von
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Fachgerecht und ausgewogen
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (#1 HALL OF FAME REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Kooperation von Jugendarbeit und Schule: Schwierigkeiten und Chancen (Broschiert) Die Zusammenarbeit von Schulen und Sozialpädagogen/-innen der Jugendarbeit wird im Zuge der PISA- Diskussion und des verstärkten Forderns von Ganztagsschulangeboten immer bedeutsamer.
Wie können Kooperationsmodelle aussehen? Welche Rolle spielen auf der einen Seite die Lehrerinnen und Lehrer und auf der anderen Seite die sozialpädagogischen Fachkräfte? Wie kann die Tagesstrukturierung für die Jugendlichen gestaltet werden? Wie müssen Raumnutzungskonzepte aussehen?
Dies sind nur einige Fragen, denen Bettina Pauli in ihrer grundlegenden Recherche nachgeht.
Die Autorin nimmt hierbei neben Sekundärliteratur auffällig viele im Internet veröffentlichte Studien und Praxisbeispiele zu Hilfe. So bündelt sie aus der bislang immer unübersichtlicher werdenden Vielzahl an Veröffentlichungen ein sorgfältig aufbereitetes Geflecht, an dem tatsächlich alle Beteiligten an einem Strang in eine Richtung" ziehen können. Und in dieser Richtung sieht Pauli vor allem das Kindes- und Jugendwohl. Die Jugendlichen seien geprägt von einer Gleichzeitigkeit von kulturellen Spielraumerweiterungen und sozio- ökonomischen Möglichkeitsverengungen". So macht es in diesem kompakten Band auch Sinn, dass Bettina Pauli zunächst auch die Kindheit und Jugend aus einem multiperspektivischen Blickwinkel betrachtet: Gesellschaftswandel, Individualisierung, Medialisierung, Arbeitslosigkeit, Bildungskrise und Partizipation sind nur einige Stichworte, mit denen sich Pauli im konkreten auseinandersetzt. Nach dieser eher gesamtgesellschaftlichen Diskussion und der Konkretisierung von Bildung stellt die Autorin die beiden Bereiche Jugendarbeit und Schule sehr lebensnah dar.
Neben deutlichen Unterschieden vermag sie auch die etwaigen Schnittstellen zu benennen. Der Sprachgebrauch ist dabei so gehalten, dass er sowohl für Vertreter/-innen der Schulen als auch der Sozialpädagogik gut verständlich und wissenschaftlich fundiert ist.
So macht Pauli mit gesetzlichen Grundlagen, Zielsetzungen und Arbeitsweisen beider Seiten vertraut und zeigt Kooperationschancen auf.
Das Augenmerk dieses Buches ist dabei nicht auf eine Konkurrenzverstärkung von Schule und Jugendarbeit gelegt. Vielmehr plädiert Bettina Pauli für einen Lernstrukturwandel, bei dem Bildung nicht von der Schule monopolisiert wird, aber auch die Jugendarbeit die schulische Seite anerkennt.
Leider versäumt es Pauli, auf die finanziellen und personellen Zusatzanstrengungen bei verstärkten Kooperationsformen hinreichend einzugehen. Wenn man von der Schließung der Betreuungslücke (Unvereinbarkeit der Betreuungszeiten mit den Zeiten der Berufstätigkeit der Eltern", S. 123) spricht, dann heißt dies auch, dass nicht allein die Synergieeffekte der Kooperation ausreichen. Vielmehr bedarf es sowohl mehr Lehrerstunden als auch zusätzlicher fachlich ausreichend qualifizierter Betreuungspersonen. Des weiteren stellt sich die Frage, wie sich zusätzliche Angebote bzw. die (zeitliche) Erweiterung der Betreuungs- und Bildungszeiten auf die Jugendlichen (auch hinsichtlich ihrer Beziehungen zu den Eltern) auswirken. Diese Frage bleibt letzten Endes im wesentlichen ausgeklammert.
Die hohe Qualität des Buches hätte durch weitere Graphiken noch erhöht werden können; denn diese würden so manche Punkte noch mehr verdeutlichen.
Schließlich fehlt auch eine im Text gut erkennbare Differenzierung der Schulformen. Denn es wird wohl nicht die Zielsetzung sein, Jugendliche einer Schulform nur ganztägig zu bilden und zu betreuen. Der reichhaltige Fundus an Erfahrungen Jugendlicher aus unterschiedlichen Schulformen und sozialen Milieus sollte hier erhalten bleiben.
Im Gesamten aber eine sehr gut gegliederte, strukturierte Analyse der Erkenntnisse auf dem Gebiet der Kooperation von Jugendarbeit und Schule. Mit diesem Buch können sowohl Sozialpädagogen/-innen über die Schule als auch Lehrer/-innen über die Jugendarbeit wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Politisch Verantwortliche sollten diese Lektüre nutzen, um die weitreichenden Folgen (d.h. Möglichkeiten und Risiken) einer Ganztagsschule ausreichend zu analysieren.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 20. Mai 2006 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 1. | Fachgerecht und ausgewogen (die aktuell angezeigte Rezension) |
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